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Römerswils Taufbaumfest: feiern in der Pfarreigemeinschaft

Othmar Feer schraubt die Tafeln vom Taufbaum, die er übers Jahr daran befestigt hat; die Kinder blicken gebannt zu. | © 2018 Dominik Thali

Ein Kind taufen heisst: Es in die Gemeinschaft der Pfarrei aufnehmen. In Römerswil kein leeres Wort: Hier lädt der Pfarreirat die Taufkinder des vergangenen Jahres und ihre Familien immer am Palmsonntag zu einem Fest ein. Der Taufbaum, auf dem die Namen der Täuflinge angebracht wurden, fällt, mit dem Holz wird grilliert und eine Woche später die neue Osterkerze entzündet. Ein Kreislauf des Lebens.

Die Taufe, ein Sakrament, ist ein Zeichen der Nähe Gottes, will für das Kind ein Segen sein. «Sie heisst: Du bist angenommen und geliebt; so, wie du bist», sagte Katechetin Rita Amrein-Stocker gestern (25. März 2018) den Familien der 15 Mädchen und Buben, die übers Jahr in der Pfarrei Römerswil getauft worden waren. Die Kinder wachsen in ihre Familien, aber auch die Pfarreigemeinschaft; «das will das Taufbaumfest bewusst machen», erklärte Pfarreiratspräsidentin ad interim Susanna Beck. «Leben entsteht, ist ein Wunder und braucht aber auch Begleitung.»

Zeichen davon ist der Taufbaum aus dem Wald der Kirchgemeinde, den der Pfarreirat jeweils am Karsamstag vor der Kirche aufstellt. Wird ein Kind getauft, schreibt er dessen Namen gross auf eine farbige Holztafel und befestigt diese am Stamm. Die Täuflinge werden also nicht nur ins Taufbuch der Pfarrei eingetragen, sondern auch nach aussen gut sichtbar willkommen geheissen. Am Palmsonntag schliesst sich der Kreis. Dann sind die Familien der Taufkinder zum Taufbaumfest eingeladen. Auch diesen Anlass organisiert der Pfarreirat 1. Man trifft sich um 16 Uhr, gemeinsam wird der Baum gefällt, die Namenstafeln werden abgeschraubt und den Familien mit nach Hause gegeben. Vor der Kirche kommt es zum Stelldichein der Kinderwagen und herrscht ein fröhliches Treiben. Manche der jungen Mütter und Väter lernen sich an diesem Tag erst kennen.

«Getauft – und jetzt?»

In der Kirche In der Kirche laden Rita Amrein und Benjamin Meier Eltern und Kinder in den Kreis um die Osterkerze. «Kinder müssen wir nicht glauben lehren; das Gottvertrauen ist ihnen angelegt», weiss sie aus Erfahrung. Die Kleinkinderfeiern, die in Römerswil Martina von Moos, Andrea Bucher, Michaela Huber und Susannne Achermann gestalten, sollen die Mütter und Väter in der spirituell-religiösen Erziehung ihrer Mädchen und Buben zusätzlich unterstützen. Zum zweiten Mal erhalten die Eltern zudem eine kleine Schatztruhe, auf dem der Name ihres Kindes steht und in dem allerlei Tipps und Hinweise zu diesem Thema enthalten sind. Neu lädt Römerswil kommenden Herbst die jungen Eltern und ihre Kinder zur Reihe «Getauft – und jetzt?»  ein, drei Veranstaltungen für Mütter und Väter, um sich über religiöse Fragen und Themen auszutauschen, um Kirche und Glaube zu erleben, um voneinander und miteinander zu lernen – ein Pilotprojekt, an dem auch der Pastoralraum Baldeggersee, die reformierte Kirche und die Landeskirche beteiligt sind.

Ein solches «- und jetzt?» ist freilich auch schon das Taufbaumfest selbst. Nach der Viertelstunde in der Kirche wechseln Eltern und Kinder in die Kaplanei, wo Reto Bucher und Othmar Feer inzwischen mit einem Teil des gefällten Stammes ein Feuer unterm Grill entzündet haben. Schon bald brutzeln darauf Würste, was mit den Salaten und Kuchen, die viele mitgebracht haben, ein feines  Znacht gibt. An den Tischen hebt ein grosses Plaudern an, Kinder wuseln herum und Kontakte werden geknüpft.

Das restliche Holz des Taufbaums wird derweil beiseite gelegt. Es wird am folgenden Samstag im Osterfeuer verbrannt werden. Daran wird die neue Osterkerze entzündet, und in der Osternacht auch das neue Taufwasser geweiht. Ostern – das Fest des Lebens, das Wunder geht weiter.

1 Dem Pfarreirat Römerswil gehören an: Antonia Wicki, Priska Fuchs, Monika Minder, Susanna Beck, Reto Bucher, Claudia Vogel und Benjamin Meier als Vertreter des Seelsorgeteams.

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