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Glauben mit Kindern: ein «Schatzchischtli» voller Ideen

In der Stiftung Brändi füllen Mitarbeitende mit einer Behinderung die «Schatzchischtli» ab. | © 2018 Stiftung Brändi/Roger Aeschlimann

Den Glauben leben in der Familie? Das geht, zum Beispiel, so: Vor dem Essen beten Eltern mit ihren Kindern: «Guter Gott, segne und stärke uns, damit wir Freundschaft teilen, hier an diesem Tisch und mit allen Menschen. Amen.» Oder: Am Morgen zeichnet der Vater seinem Sohn mit Weihwasser ein Kreuz auf die Stirn und schickt ihn mit den Worten auf den Schulweg: «Gott segne dich mit Freude an diesem Tag.» Am Abend wiederum setzt die Mutter sich zu ihrer Tochter ans Bett, geht mit ihr den Tag erinnernd durch und dankt gemeinsam Gott für das Schöne und Gute, das ihnen heute geschenkt wurde. An einem Nachmittag schliesslich erzählt die Grossmutter ihren Enkelkindern eine biblische Geschichte, etwa vom Zöllner Zachäus auf dem Baum. Dazu gibt es ein Zämesetzi und eine Zeichnung zum Ausmalen.

Begleitung auf dem Glaubensweg
Anregungen und Vorlagen für Gebete und Rituale wie diese gibt es im Schatzchischtli, das in der Pfarrei Römerswil Eltern, die ihr Kind taufen liessen, erstmals 2017 am Taufbaumfest erhielten. Zu diesem Fest lädt der Pfarreirat jeweils am Palmsonntag die Taufkinder des vergangenen Jahres und deren Familien ein.

Das Chischtli ist ein Behältnis aus Karton, klein wie eine Kinderfaust, und angelegt wie eine Kartei. Es gibt darin Kärtchen mit kurzen Texten zu den Themen Weihwasser, Tischrituale und -gebete, Abendrituale und -gebete sowie biblische Geschichten, Bilder zu einem möglichen Abendritual, zwei Puzzles und mehrere Ausmalbilder. Mit dem Namen des Taufkinds auf dem Deckel wird das Schatzchischtli zu einem persönlichen Wegbegleiter, das Eltern hilft, ihre Kinder auf dem Glaubensweg zu begleiten und den Kindern ihren Platz in der Pfarreigemeinschaft gibt.

Jedes «Schatzchischtli» trägt den Namen des getauften Kindes, das es erhält. | © 2019 Thomas Villiger

Die Idee zum Schatzchischtli hatte Religionspädagogin Rita Amrein-Stocker. Zusammen mit dem Pastoralassistenten gab sie es erstmals 2017 den Taufeltern ab. Mitglieder des Pfarreirats von Römerswil halfen bei dem Befüllen der Chischtli. Von allen Beteiligten war das eine grosse, freiwillig geleistete Arbeit. In Zusammenarbeit mit dem Pilotprojekt «Getauft – und jetzt?» von der Landeskirche (Verantwortlicher Thomas Villiger-Brun) entwickelte Rita Amrein-Stocker das Schatzchischtli weiter und so steht es nun zur Freude vieler fertig da.

Kirche unterstützt Arbeitsintegration
Künftig erhalten auch die Taufeltern der anderen drei Pfarreien im Pastoralraum das Schatzchischtli; es gibt dort jeweils ähnliche Bräuche wie das Taufbaumfest in Römerswil. Weil damit der Aufwand grösser geworden ist, hat die Stiftung Brändi in der Rösslimatt in Luzern das Befüllen übernommen. «Eine interessante Arbeit», sagt dort Mitarbeiter Theo, und für seine Kollegin Sandra sind die Schatzchischtli eine willkommene Abwechslung. Sandra ist im ersten Lehrjahr als Printmedien-Praktikerin EBA. Bei diesem Auftrag kann sie ihr ganzes Geschick einsetzen. Die katholische Kirche unterstützt damit die beruflliche Eingliederung von Menschen mit einer Behinderung.

Mit Ritualen den Familienalltag gestalten heisst der zweite Abend für Eltern in der Reihe «Getauft – und jetzt?». Er findet am Dienstag, 22. Januar 2019, um 20 Uhr im Gemeinschaftsraum Bodenmatt in Römerswil statt. Anmeldung bis Freitag, 18. Januar 2019, beim Pfarreisekretariat Römerswil.

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