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Mami, wie sieht Gott aus? – Was Kinder fragen

«Dass ich etwas kindergerecht erklären kann, ist die Herausforderung für mich als Mutter»: Die Büchermitte am KInderfragen-Abend, der Fragenkatalog auf der Pinnwand. | © 2018 Thomas Villiger

Kinder stellen Fragen. Den ganzen Tag. Wenn der Sohn wissen will, wie die kleine Schwester damals in Mamis Bauch gekommen sei, reichen Schulwissen, ein Buch und Wikipedia wahrscheinlich, um ihm zu antworten. Fragt hingegen die Tochter, wie denn Gott aussehe und weshalb er nicht immer helfe, wirds schon schwieriger. In Römerswil trafen sich Ende Oktober eine Handvoll junge Mütter mit Katechetin Rita Amrein-Stocker und Thomas Villiger-Brun vom Fachbereich Pastoral der Landeskirche zu einem Abend, an dem sie unter anderem sammelten, was ihre Kinder so wissen wollen. Sie brachten ihre eigenen Fragen ein und suchten miteinander nach Möglichkeiten, altersgerecht zu antworten und zu erklären. Dabei beschäftigte der Themenkreis «Gott, Tod, Himmel» offenbar am meisten: Weshalb hat Gott die Welt so gemacht? Wie spreche ich über den Himmel? Weshalb musste das Grosi so früh sterben?

Philosophieren mit Kindern

Fragen, auf die es viele Antworten gebe, sagte Thomas Villiger. Er empfiehlt, jeweils zurückzufragen: Was meinst denn du, wie Gott aussieht? «Wir zeigen damit Interesse am Kind und regen seine Phantasie an.» Villiger ermuntert Mütter und Väter, sich auf philosophische Gespräche einzulassen. «So bleiben wir am Leben dran.»  Es gebe bei Kinderfragen kein richtig oder falsch; wichtig sei hingegen, beim Antworten «aus sich selber zu schöpfen». Ein Kind zeichne Gott vielleicht mit einem Bart oder Flügeln, sagte Thomas Villiger, während die Eltern, über solch Äusseres hinausgehend, in ihrer eigenen Vorstellung vom liebenden, begleitenden und schützenden Gott sprächen. Villiger, selbst Vater von drei Söhnen, zeigt die eigene Erfahrung: «Es ist spannend, sich von seinen Kindern auch mal verblüffen zu lassen.»

«Es geht um das Innen»

«Wenn Kinder fragen − Kinderfragen» war der erste «Abend für Eltern» der Reihe «Getauft − und jetzt?», einem Pilotprojekt des Pastoralraums Baldeggersee und der katholischen Kirche im Kanton Luzern. Die Anzahl Teilnehmerinnen war zwar (noch) klein, aber die Idee kam offensichtlich an, wie die Rückmeldung einer Mutter von eines Kindes zeigt. Sie schreibt:

  • «Es war ein wertvoller Abend, weil ich erfahren habe, dass alle Eltern Ähnliches beschäftigt. Mir ist es wichtig, mein Kind im Glauben auch zu erziehen. Das ist im Alltag nicht so einfach.»
  • «Im Austausch, der gerne noch hätte länger dauern können, habe ich gehört, wie das andere machen. Vielen geht es im Umgang mit Kinderfragen genauso wie mir.»
  • «Der Abend hat mich darin bestärkt, dass es nicht nur den einen Weg gibt, sondern dass es darum geht, meinen eigenen zu finden im Umgang mit dem Glauben. Es geht darum, bei allen Möglichkeiten, die es gibt, das meine zu finden, das unsere dann in der Familie zu pflegen und zu leben.»
  • «Es ist schwierig über den Nikolaus, das Christkind oder den Osterhasen zu reden. Ich möchte etwas mehr Hintergrund, mehr verstehen, deshalb nahm ich an diesem Abend teil. Ich möchte nicht bloss Geschenke» bringen, ich möchte tiefer verstehen, worum es im Grunde bei diesem Fest, bei diesem Brauch, dieser Tradition geht. Dass ich das dann kindergerecht erklären kann, das ist die Herausforderung für mich als Mutter. Es geht aber allen so, das habe ich an diesem Abend bemerkt.»
  • «Ich wurde so erzogen: Man geht einfach in die Kirche, feiert das Fest, die Tradition. Mir ist durch diesen Abend bewusst geworden: Es geht um das Innen, was in uns da ist, damit das, was aussen ist, stimmig wird.»

Der zweite «Abend für Eltern» findet am Dienstag, 22. Januar 2019, statt. Das Thema lautet dann: «Rituale, Familienrat: Mit Kindern gemeinsam Entscheidungen treffen und den Alltag gestalten». Der Abend findet wiederum um 20 Uhr in der alten Kaplanei Römerswil statt.

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